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Musik im Internet


Legale Angebote etablieren sich, ein Bericht von Juliana Koranteng


Online-Dienste

Österreich

Chronologie der Ereignisse



1994
April Lancierung des Internet Underground Music Archive (IUMA), des ersten Online-Musikunternehmens, das darauf ausgerichtet ist, Möglichkeiten für Acts zu schaffen, die nicht unter Vertrag stehen.

1997
September Lancierung von MP3.com, damals eine Privatunternehmung, die eine Plattform für Acts schaffen sollte, die nicht unter Vertrag stehen.

1998
Juli Emusic.com wird die erste kommerzielle Website, die Singles und Alben im MP3-Format verkauft.

1999
Juni Shawn Fanning, ein Student aus den Vereinigten Staaten, gründet Napster, den ersten "Peer-to-peer(P2P)"-Dienst, was eine massenhafte illegale Verbreitung von Musikdateien im Internet zur Folge hat.

Dezember Die Recording Industry Association of America (RIAA) klagt gegen Napster, da es "ein Paradies für Musikpiraterie in nie da gewesenem Ausmaß" darstelle.

Ein französisches Gericht verurteilt einen Computertechniker und einen Studenten zu drei Monaten Gefängnis wegen Urheberrechtsverletzung, da sie Weblinks zu illegalen MP3-Dateien bereitgestellt hatten.

2000
Januar MP3.com kündigt Einführung der "My.MP3.com Personal Jukebox" an, eines Systems, welches es den Nutzern der Site ermöglichte, Kopien ihrer CD-Sammlung ins Netz zu stellen, um diese jederzeit und überall hören zu können, wenn die Nutzer an das Internet angeschlossen sind. Kurze Zeit darauf verklagten die großen Labels MP3.com mit der Begründung, dass das Jukebox-System ihre Urheberrechte verletze.

April Sony Music Entertainment wird das erste große Label, das mit kommerziellen digitalen Downloads von Singles in den USA beginnt.

Mai Sony Music Entertainment und die Universal Music Group legen Pläne zur Lancierung eines legalen Musik-Abonnementsdienstes mit dem Arbeitstitel "Duet" offen.

Juli Emusic.com kündigt Pläne an, als erstes Unternehmen einen Downloaddienst auf Abonnementsbasis in den USA zu lancieren.

September Die Filesharingsoftware KaZaA wird durch ein Unternehmen mit Sitz in Amsterdam, namens FastTrack, erfunden.

2001
Juni Sony Music Entertainment und die Universal Music Group benennen Duet in den offiziellen Markennamen Pressplay um.

Juli Napster muss nach einer Klage wegen Urheberrechtsverletzung schließen.

August OD2, der Online-Musik-Dienstleister mit Sitz in UK, lanciert seine WebAudioNet-Plattform, um es Einzelhändlern zu ermöglichen, durch Abonnements finanzierte, digital vertriebene Musik anzubieten. Dieser Vorstoß ebnet den Weg für sein Lizenzabkommen mit vier der großen Labels.

Ein US-Gericht entscheidet, dass terrestrische Rundfunkanbieter an die Plattenproduzenten Tantiemen für Webcasting und Online-Streaming von Musik zahlen müssen.

Vivendi Universal vollzieht die Akquisition von MP3.com.

September BMG Entertainment erklärt sich dazu bereit, seine Musik für den digitalen Vertrieb in Europa durch OD2, den Online-Musik-Dienstleister mit Sitz in UK, zu lizenzieren.

Unter einer neuen gegenseitigen Vereinbarung zwischen Tantiemeneinzugsgesellschaften in über 20 Ländern bietet die Musikbranche eine One-stop-Lizenz für terrestrische Rundfunkanbieter an, welche ihre Programme über das Internet übertragen.

Oktober EMI Recorded Music lizensiert Musik an Pressplay, den legalen digitalen Dienst, welcher Eigentum von Sony Music Entertainment und der Universal Music Group ist.

November Warner Music International stellt seine Kataloge für den pan-europäischen Vertrieb auf Abonnementsbasis bereit. Tiscali, der pan-europäische Internetprovider, ist das erste Unternehmen, das europaweit digitale Musik, die Repertoires von den großen Labels umfasst, kommerziell anbietet.

FullAudio besiegelt ein Abkommen, das Repertoire der Universal Music Group über seinen Abonnementsdienst zu vertreiben.

Dezember Rhapsody, Pressplay und MusicNet lancieren in den USA.

2002
 
Januar Sony Music Entertainment, BMG Entertainment und EMI Recorded Music stellen ihre Kataloge für den Rhapsody-Abonnementsdienst von Listen.com bereit.

Februar Die UK-Tantiemeneinzugsgesellschaften Performing Right Society and Mechanical-Copyright Protection Society bieten eine bahnbrechende Doppellizenz an, um den Online-Musik-Dienstleistern dabei zu helfen, sowohl die Vertriebs- als auch die Aufführrechte mit einer einzigen Zahlung abzugelten

Warner Music Group lizenziert seine Musik an Rhapsody.

März Das WIPO-Urheberrechtsabkommen tritt in Kraft und aktualisiert das internationale Urheberrecht zum Schutz der Urheberrechte während des digitalen Vertriebs.

April Das US-Unternehmen FullAudio führt seinen eigenen legalen digitalen Musikdienst ein.

Mai Der französische Internetprovider Wanadoo unterzeichnet ein Abkommen mit dem Digitaldienstanbieter OD2 über den Beginn des kommerziellen Angebots von Digitalmusik.

Der WIPO Performances and Phonograms Treaty (Anm. d. Übs. - Abkommen zu künstlerischen Darbietungen und Tonträger) tritt in Kraft.

Juli Listen.com erlangt das Repertoire von der Universal Music Group; es hat jetzt sämtliche fünf großen Musikunternehmen an Bord für seinen Online-Musikdienst auf Abonnementsbasis in den USA.

August Die Einzelhandelsgruppe HMV ist der erste Laden der "Old Economy", der digitalen Vertrieb auf Abonnementsbasis in UK anbietet.

OD2, der Europäische Digitalmusik-Dienstleister, unterzeichnet eine Reihe von Abkommen mit unabhängigen UK-Labels, die ihre Kataloge zum Vertrieb über OD2's digitale Plattform auf Abonnementsbasis anbieten.

Oktober Der UK-Digital-Dienstleister OD2 kündigt die Kampagne "Digital Download Day" an, um bei den UK-Kunden für die legalen Digitalmusikdienste zu werben.

BMG lizenziert seinen Katalog an Pressplay.

AIM (Association of Independent Music), der UK-Branchenverband für unabhängige Labels, stellt eine Initiative vor, die es internationalen Online-Radiosendern einfacher macht, Musik von unabhängigen UK-Labeln zu lizenzieren.

November Universal Music International erklärt sich erstmals dazu bereit, seinen Katalog zum pan-europäischen digitalen Vertrieb bereitzustellen.

MusicNet unterzeichnet separate Lizenzabkommen in den USA mit der Universal Music Group und Sony Music Entertainment.

Pressplay besiegelt ein US-Lizenzabkommen mit der Warner Music Group. Jetzt verfügt es über Musik aller fünf großen Labels in seinem legalen Dienst und über Musik von mehreren unabhängigen Labels.

AIM bildet ein Konsortium mit einer Gruppe von Platten-, Technologie- und Telekommunikationsunternehmen, um "Musical" zu lancieren, eine Initiative, die gegründet wurde, um kommerzielle Lösungen zum Vertrieb von Musik über Handys zu schaffen.

Ab Dezember vertreibt EMI Recorded Music zehntausende Tracks durch bahnbrechende Abkommen mit Alliance Entertainment Corp., Ecast, FullAudio Corporation, Liquid Audio, Listen.com's Rhapsody, MusicNet, Pressplay, Roxio und Streamwaves, die EMI-Musik vertreiben werden über US-basierte Internet-Dienstleister, -Portale und Online-Händler wie AOL, Yahoo!, Earthlink, Verizon Online, MSN, Cablevision Systems Corporation's Optimum Online, Charter Communications, DIRECTV Broadband, BestBuy.com, HP.com, MTV.com, MP3.com und SongPro.com.

Dezember Impala, der Branchenverband der unabhängigen europäischen Labels, lanciert Impala Interactive, eine Initiative mit dem Ziel, das System für Labelmitglieder, welche ihre Inhalte an Online-Musikdienste lizenzieren wollen, zu zentralisieren.

2003
Januar Auf der Midem in Cannes enthüllt OD2 Pläne für den "Digital Download Day Europe", eine einwöchige Kampagne, um für legal Digitalmusikverkäufe zu werben. AOL Music gewinnt den ersten MidemNet Innovation Award.

Sechs grosse US-amerikanische Einzelhandelsketten schließen sich zusammen, um Echo zu lancieren, einen digitalen Onlinedienst, welcher es den Teilnehmern ermöglichen soll, ihr eigenes Digitalmusikunternehmen auf die Beine zu stellen. Die sechs Einzelhandelsketten sind Tower Records, Virgin Entertainment Group, Best Buy, Hastings Entertainment, Wherehouse Music und Trans World Entertainment.

Island Def Jam Music, Teil der Universal Music Group, beginnt mit dem Verkauf von Singles in der Form von digitalen Downloads.

Sony Music France lizenziert 5.000 Songs von lokalen und internationalen Künstlern an e-compil, den digitalen Abonnementsdienst von Universal Music France, der bereits 7.000 Tracks im Angebot hatte.

Februar Tiscali, der pan-europäische Internet-Dienstleister mit Sitz in Italien, bietet den Abonnenten seines Hochgeschwindigkeits-Breitbanddienstes kostenlose Musik in einer Werbekampagne für seinen Downloaddienst auf Abonnementsbasis an.

America Online, der große Internetprovider, stellt seine eigene Version des Abonnementsdienstes MusicNet vor.

IFPI lanciert GRid (Global Release Identifier) zum Aufspüren und Identifizieren von urheberrechtlich geschützten Werken, die online vertrieben werden.

Das schwedische Technologieunternehmen Ericsson und Sony Music Deutschland kündigen Pläne zur Zusammenarbeit an einem neuen digitalen Handy-Musikprojekt namens M-USE an, das musikbezogene Inhalte an Handynutzer bereitstellen wird. Der Dienst wird zuerst über Mobiltelefonbetreiber in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar sein.

März Launch von Dotmusic on Demand der British Telecommunications, eines europäischen digitalen Downloaddienstes auf Abonnementsbasis; Unterstützung durch große Labels.

MTV Networks folgt mit einer ähnlichen Unternehmung und wird als erstes TV-Netzwerk propagiert, das dies in Europa tut.

Lancierung der Kampagne "Digital Download Day Europe".

Die Musik von Sony Music Entertainment ist jetzt im MusicNow-Abonnementsdienst von FullAudio erhältlich.

RealNetworks erwirbt einen Minderheitsanteil an Listen.com.

Madonnas jüngste Veröffentlichung "American Life" und Fleetwood Mac's "Peacekeeper" schreiben Geschichte als erste Singles aus dem Repertoire eines großen Labels, die nur als Digital-Downloads verkauft werden und deren Absatz durch den Nielsen SoundScan der USA erfasst wird. "American Life" wird über Rhapsody, MusicNet und Pressplay verkauft.

IFPI Austria informiert österreichische Firmen und Organisationen über die rechtlichen Risken und die Gefahren für die IT-Sicherheit, die durch Installierung von Filesharing-Software entstehen können.

April EMI Recorded Music kündigt die größte bisherige Digital-Downloadinitiative durch ein Label in Europa an, indem es mehr als 140.000 Tracks aus mehr als 3.000 Acts verfügbar macht, die durch 20 Musikhändler-Websites auf sechs europäischen Märkten verkauft werden.

Der Hohe Gerichtshof des Vereinigten Königreichs entscheidet, dass EasyInternet Café Ltd an den BPI, den britischen Musikbranchenverband, wegen Urheberrechtsverletzung und des Betreibens nicht lizenzierter CD-Brenndienste in seinem Internet Café eine Entschädigung zahlen muss.

Die Polizei schließt die australische P2P-Website MP3 WMA nach einer Untersuchung durch IFPI und MIPI, die Pirateriebekämpfungsabteilung der australischen Musikbranche.

RealNetworks kündigt an, dass es Listen.com für 36 Millionen US-Dollar erwerben wird.

RIAA erzielt einen bedeutsamen gerichtlichen Sieg, als ein US-Bezirksgericht zum zweiten Mal befindet, dass Verizon Communications die Identität eines anonymen Internet-Abonnenten preisgeben muss, der des Online-Tauschs von Musikdateien beschuldigt wird.

Apple Computer Inc. lanciert den iTunes Music Store, seinen neuen Online-Musikdienst in den USA mit dem Repertoire sämtlicher fünf großen Labels. Statt auf Abonnementsbasis verkauft der Dienst einzelne herunterladbare Tracks zu 99 Cent.

IFPI und RIAA geben Erklärungen heraus, in welchen sie sich gegen die Entscheidung des US-Bezirksgerichts aussprechen, dass die P2P-Dienste Morpheus und Grokster nicht für die zahlreichen Urheberrechts-Verletzungsdelikte haften, zu welchen ihre Systeme ermutigen. Sie begrüßen jedoch die Bestätigung des Gerichts, dass die unerlaubte gemeinsame Nutzung von Dateien illegal ist.

Oktober Aon startet mit Musicdownload.aon.at den ersten legalen österreichischen Downloadshop
Dezember IFPI Austria verschickt "Instant Messages" an Tauschbörsen-Nutzer, die Musikfiles ohne Zustimmung der Rechteinhaber im Internet anbieten und informiert über die negativen Folgen des illegalen Filesharings für Künstler, Kreative und Labels sowie über rechtliche und sicherheitstechnische Risken.
2004
Januar IFPI veröffentlicht den "Online Music Report 2004". Die wichtigsten Ergebnisse: sowohl Angebot als auch Nachfrage bezüglich legaler Angebote steigen deutlich - 30 Dienste sind in Europa bereits online und werden von 500.000 Musikfans genutzt.


Februar Mit der Chello Musiczone startet der nächste legale österreichische Download-Dienst.

März

In Europa (Dänemark, Deutschland und Italien)  wird erstmals gerichtlich gegen illegales Filesharing vorgegangen. Die Aktion richtet sich gegen mehrere hundert Filesharer, die illegal Musik im Internet verbreitet haben.

Mai Coca Cola Österreich launcht mycokemusic.at; somit gibt es bereits drei legale Online-Musikangebote aus Österreich.


Juni Apple meldet 800.000 Downloads eine Woche nach dem Start des i´Tunes Musicstore in Deutschland, Frankreich und England.

Der europäische Musicprovider OD2 – Partner der drei österreichischen Download-Dienste – meldet erstmals mehr als 500.000 Downloads monatlich, eine Steigerung von 27 % gegenüber 2003. Bereits mehr als 800.000 Europäer nutzen legale Online-Dienste, im September 2003 waren es noch 380.000.

Oktober Launch von www.pro-music.at - alle Infos über legale Online-Musik, Urheberrecht & Internet auf einer Web-Site.